Revolving-Karte birgt Überschuldungsrisiko (21.11.2009)
Revolving-Kreditkarten werden heute von vielen Banken angeboten – zusätzlichen finanziellen Spielraum durch flexiblen Kredit verspricht die Werbung dem Kunden. Die Kreditkarte mit Dispofunktion kann allerdings richtig teuer werden. Denn am Ende des Monats wird nur ein kleiner Teil der Kartenbelastung direkt vom Girokonto abgezogen, der größere Rest wird automatisch in einen Kredit umgebucht – zu einem Zinssatz von oft 15 bis 20 Prozent. Das ist noch einmal teurer als der Dispozins von um die 12 Prozent, den die deutschen Banken zurzeit für die Überziehung des Girokontos verlangen. Bei der Tilgung des Revolving-Kredits einer Teilzahlungskarte sind die Banken locker: Nur fünf oder zehn Prozent der aufgelaufenen Schulden muss man je nach Kartenanbieter monatlich zurückzahlen. Das bedeutet schöne Zinserträge für die Bank und hohe Kosten für den Kunden. Sondertilgungen sind aber jederzeit möglich. „Die Banken bauen auf die Unkenntnis und Trägheit der Kunden, die nicht jeden Monat aktiv das Kreditkonto ausgleichen, um hohe Zinsen zu vermeiden“, kritisiert Hartmut Strube von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Noch teurer werden die Kredite, wenn der Kartenanbieter zusätzlich eine Restschuldversicherung verlangt. Der tatsächliche Zins kann dann weit über 20 Prozent liegen. Mit einer Revolving-Karte steigt die Verlockung, Dinge zu kaufen, die man sich eigentlich nicht leisten kann. Wer eine Kreditkarte mit Teilzahl-Funktion nutzt, sollte sein Kartenkonto unbedingt am Monatsende ausgleichen, um die hohen Zinsen zu vermeiden. Will man den Überblick über die eigenen Finanzen behalten, setzt man ohnehin besser eine normale Kreditkarte („Chargekarte“), bei der die aufgelaufene Belastung am Monatsende zinsfrei vom Girokonto abgebucht wird. Bankprodukte
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